Archiv für April 2011


Königliche Hochzeit in England

29.04.2011 um 14:00 Uhr - von Mark Zanzig

Ich gestehe: ich habe natürlich die Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton im Fernsehen angeschaut, schon von Berufs wegen. Schön war’s – ergreifend, bombastisch und schlicht zugleich, vor allem die Braut in ihrem umwerfenden Kleid! Dazu hat ein Heer von Kameraleuten mit großem Aufwand die Fernsehbilder eingefangen, und tausende Kollegen haben für die Agenturen fotografiert. Und anschließend jubelten die Menschen dem Brautpaar zu als seien sie Rockstars.

Aber die eigentliche Hochzeitszeremonie, die Trauung in der Kirche, war genau so schön wie viele, die ich bisher miterleben durfte. Am Ende waren es eben doch eine junge Frau und ein junger Mann, die vor den Traualtar traten und sich das Jawort gaben – das Bekenntnis, für immer miteinander leben zu wollen. Und das war genauso ergreifend wie bei jeder anderen Hochzeit auch, ob sie nun im kleinen Kreis am Schliersee, im großen Kreis in München oder vor Millionen von Menschen in der Londoner Westminster Abbey stattfindet. In diesen Momenten spielen Herkunft und Vermögen für einen kurzen Moment eben doch keine Rolle. Denn vor dem Paar liegt eine ungewisse Zukunft, die sie meistern müssen. Sicherlich erwarten die beiden keine wirtschaftlichen Probleme, aber in vielen anderen Punkten müssen auch sie ihren Weg miteinander und zueinander finden, so wie jedes andere Paar auf der Welt auch. Dies zu sehen, das fand ich schön. Das hat mich bewegt.

Wenn ich ganz ehrlich sein soll, dann muss ich sagen, dass ich sogar schon viele Hochzeiten erlebt habe, die schöner waren. Damals, 2007, der Auszug aus der Kirche von Daniela und Florian, als die Feldmochinger Blaskapelle “One Moment in Time” spielte und Florian mitgroovte – Gott, war das schön. Unvergesslich schön! Aber Popsongs sind bei der kirchlichen Trauung von Prinzen wohl verpönt, und so gab es bei der royalen Hochzeit zwar schöne getragene Musik, na klar, aber ob sich die beiden daran noch erinnern werden in ein paar Jahren?

Oder bei der Hochzeit von Maria und Volker im letzten Jahr, als die kleine Kirche bei Regensburg fast aus allen Nähten platzte, vollgestopft mit Freunden und Familie – was für ein schönes Gefühl es für das Brautpaar gewesen sein muß, durch all die bekannten Gesichter nach draussen zu schreiten in die gemeinsame Zukunft! Bei einer königlichen Hochzeit ist das natürlich völlig undenkbar: Staatsraison kommt nunmal vor dem Interesse der Brautleute, und so sitzen da reihenweise Leute in der Kirche, die das Brautpaar vermutlich noch nicht einmal richtig kennen.

Und so bleibt die Hochzeit von William und Kate für mich letztlich doch nur ein schönes, modernes Märchen, das in seinen intimsten und emotionalsten Momenten an einfachere Hochzeiten herankommt. Der Medienrummel (wie auch die sich anschließende Fahrt durch die Menschenmassen) sind nicht mein Ding, und ich stelle ehrlich und zufrieden fest: “normale” Hochzeiten finde ich viel, viel schöner!

Hochzeit von Daniela und Florian in München
“One Moment in Time” für Daniela und Florian / Foto: Zanzig

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Hier kommt die Braut – oder nicht?

15.04.2011 um 13:00 Uhr - von Mark Zanzig

Brautschuhe - nur wo bleibt die Braut?
Foto: Mark Zanzig

Angela* und Jörn* hatten ihre Hochzeit sauber geplant. Sie wollten standesamtlich heiraten und hatten sich dazu eine wunderschöne Location in einer Münchner Vorortgemeinde ausgesucht, wirklich umwerfend. Großes Kino! Der Termin: ein Freitag im Hochsommer, 12 Uhr.

Das Paar wollte am Morgen des Hochzeitstages getrennte Wege gehen – der Bräutigam sollte ja die Braut in ihrem atemberaubenden Kleid nicht vor der Trauung sehen! Also verbrachte er die Zeit mit seinen Freunden in der Wohnung der beiden, während Angela morgens zu ihrer Mutter nach München fuhr, um sich dort vorzubereiten: Friseur in Schwabing, anschließend Make-Up und Ankleiden bei der Mutter, Transfer zur Location, dann Trauung, Fotos drinnen, Empfang auf der Terrasse, Fotos im Park, Transfer zum Restaurant und Party, bis der Arzt kommt. Das jedenfalls war der Plan. :-)

Da es sowohl von Angela als auch von Jörn eine Fotoreportage geben sollte, hatten wir gemeinsam entschieden, Photo-Assi Marcel auf den Bräutigam und seine Kumpels loszulassen. Eine gute Entscheidung, denn Marcel hat wirklich gute Fotos zurückgebracht. Die Jungs unternahmen das, was Jungs immer machen so kurz vor der Hochzeit: Krawattenbindeversuche, ein bisserl im Internet surfen, ein paar derbe Scherze, und natürlich das eine oder andere Gläschen Hochprozentiges hinterkippen zur Beruhigung der flatternden Nerven. Auf dem Weg zur Hochzeit schnell noch ein Boxenstopp beim Supermarkt, um noch mehr Hochprozentiges herauszutragen (?!), und dann ab durch die Mitte! Die Jungs lagen sehr gut in der Zeit, und so kamen sie immerhin eine halbe Stunde vor dem Termin an. Gut gemacht!

Und die Braut? Nun, irgendwie irgendwann hatte sie sich mit ihren Freundinnen und ihrer Mutter beim Schminken eine Verspätung eingefahren. An den Fotos kann es nicht gelegen haben, da wir nur wenig gestellte Aufnahmen gemacht hatten, fast nur Reportage-Bilder. Als die Braut um halb zwölf noch nicht im Kleid war, ahnte ich, dass es ziemlich knapp werden würde. Um zwanzig vor zwölf wusste ich es. Sie musste noch das Kleid zuende anziehen, rein in die Schuhe, Nachschminken, von der Wohnung zum Auto, mit dem Wahnsinns-Kleid ins Auto (dauert ja auch!), und mit dem Auto zur Location, Aussteigen, Reinlaufen. Das Navi hatte knapp zwanzig Minuten Fahrzeit ausgerechnet. Nein, wir würden zweifellos zu spät sein. Ich rief Marcel an, der ja immer noch beim Bräutigam war, um zu beruhigen: “Ja, die Braut ist unterwegs. Haltet die Standesbeamtin hin. Irgendwie. Es kann sich eigentlich nur um ein paar Minuten handeln. Sag, es ist der Verkehr. Denk Dir was aus.”

Und dann endlich war Angela bereit für ihre Traumhochzeit! Um 11:56 Uhr lief sie aus der Wohnung ihrer Mutter auf die Straße. Noch vier Minuten bis zur Zeremonie! Das konnten wir im Leben nicht schaffen. Unmöglich! Aber immerhin: wir waren ja gewissermassen fast schon unterwegs. Gedanken gingen mir durch den Kopf: Viertel nach könnten wir noch schaffen, mit Glück, und nur, wenn wir jetzt auch wirklich…! Hoffentlich erbarmt sich die Standesbeamtin…! Der arme Bräutigam…!

Aber es ging nicht los. Jetzt fehlte plötzlich der Fahrer der Braut! Die Minuten verrannen, wo steckte er nur? Alle hätten jetzt losgekonnt, nur eben Angela nicht. Was war da bloß los? Angela wollte auch nicht ohne ihn losfahren. Irgendwann, eine gefühlte Ewigkeit später, kam er doch noch. Keine Ahnung, was der Grund war. Unsere kleine Autokolonne setzte sich in Bewegung. Weitere Anrufe beim Assi: “Ja, wir kommen jetzt. – Ja, jetzt. – Ja, wirklich.”

Die Braut fuhr schließlich um 12:34 Uhr vor, erstaunlich entspannt. 34 Minuten zu spät! Das habe ich in all den Jahren noch nicht erlebt. Die gute Nachricht: die Gäste und der Bräutigam waren noch da. Die bessere Nachricht: die Standesbeamtin auch! Es stellte sich heraus, dass die Standesbeamtin extrem locker an die Trauung heranging und nicht – wie auf den großen Standesämtern üblich – in einem engen Zeitplan gefangen war, der große Verspätungen meist nicht zuläßt. Am Ende wurde es eine echte Traumhochzeit, schön, emotional, mit vielen tollen Fotos, einer super Party und einem sehr glücklichen Brautpaar. :-)

Mein Tipp für Brautpaare: Stellt Euch einen genauen Zeitplan auf, der realistische (!) Zeiten berücksichtigt, insbesondere wenn Transfers zwischen Locations stattfinden müssen! Für Fahrzeiten kann man den Routenplaner von Google Maps benutzen, der eine ganz ordentliche Schätzung abgibt, die aber im Stadtverkehr meist etwas zu knapp kalkuliert ist. Daraus könnt ihr bestimmte Meilensteine definieren, die jedem im Team (insbesondere den Trauzeugen!) klar sein sollten, z.B.: “Abfahrt zur Hochzeit spätestens um 11:35 Uhr”. Und die Trauzeugen müssen versuchen, den Zeitplan irgendwie einzuhalten und eindeutige Ansagen machen, z.B.: “Du hast noch zehn Minuten für’s Schminken. Dann müssen wir mit dem Ankleiden beginnen.” Außerdem sollten die beiden Trauzeugen für solche Fälle in Kontakt stehen, so dass die eine Gruppe ungefähr weiss, wo die andere zeitlich steht. So kann zumindest in Punkto Zeitplan nicht mehr allzuviel schief gehen.

*Name geändert

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Petra und Christof am 29.05.2010 in Ingolstadt

13.04.2011 um 15:02 Uhr - von Mark Zanzig

Petra und Christof

Petra und Christof

Petra und Christof

Petra und Christof

Petra und Christof

Petra und Christof

Petra und Christof

Petra und Christof
Alle Photos: Mark Zanzig

Ich habe immer großen Respekt davor, wenn sich Braut und Bräutigam an ihrem Hochzeitstag über Stock und Stein zu Locations in der Natur begeben, umso mehr, wenn sie die Locations selbst vorgeschlagen haben. ;-) Ein Gang durch’s Feld bei 25 Grad mit Hochzeitskleid und High-Heels, mit Anzug und schwarzen Lackschuhen – das ist wirklich nichts für schwache Nerven! Aber auch bei Petra und Christof ist alles gut gegangen. Der Lohn der Mühe: tolle Fotos im Umland von Ingolstadt. Wir hatten viel Spaß, und Eure Hochzeitsfeier war superschön. Ich kann mir jedenfalls keinen besseren Start in den neuen Lebensabschnitt vorstellen. Euch beiden weiterhin viel Glück!

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Stefi und Chris am 07.08.2010 in Mammendorf/Landsberied

13.04.2011 um 10:50 Uhr - von Michaela Rehle

Alles Gute Euch beiden und Eurer kleinen Tochter. Ihr habt es genau richtig gemacht, die liebsten Leute eingeladen, den offiziellen Akt genossen und dann ganz ganz schnell zur großen und ausgelassenen Feier überzugehen.

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